Göttliche Bestimmung

Manche Menschen glauben, der Pfad, auf dem man das spirituelle Ziel erreicht, sei weit weg hinter den Bergen der Zukunft, fast unerreichbar, während in Wirklichkeit nur eine verhältnismäßig schmale Grenze das gewöhnliche Leben von dem Leben trennt, das der Neophyt oder Chela führt. Der wesentliche Unterschied liegt in der Lebenseinstellung, und nicht im metaphysischen Abstand. Es ist derselbe Unterschied, der zwischen dem Menschen besteht, der der Macht der Versuchung unterliegt und ihr Sklave wird, und jenem Menschen, der der Versuchung erfolgreich widersteht und ihr Meister wird.

Der schnellste Weg, diese Illusionen zu überwinden, ist, sie an der Wurzel zu packen; und diese Wurzel ist die Selbstsucht in ihren tausendfachen Formen. Sogar das Verlangen nach Fortschritt, wenn es nur das eigene Ich betrifft, beruht auf Selbstsucht, und diese bringt wiederum ihre eigenen feinen und mächtigen Mayas hervor. Deshalb wird jegliches Erfolgsstreben sich unweigerlich selbst zu nichte machen, solange es nicht frei von allem Persönlichen ist, denn der Weg des inneren Wachstums ist Selbstvergessenheit.

… Leben ist endlos. Es hat weder Anfang noch Ende; und ein Universum unterscheidet sich im Wesentlichen keineswegs von einem Menschen. Wie könnte es auch, der Mensch stellt doch nur das dar, was das Universum als das Urgesetz verkörpert. Der Mensch ist der Teil, das Universum ist das Ganze.

Mysterium von Gut und Böse

DER SOGENANNTE SÜNDENFALL des Menschen – in der Bedeutung, die man ihm meistens beimisst – bezieht sich auf das Ereignis im Garten Eden, als die Schlange Adam und Eva dazu verführte, die verbotenen Früchte vom Baum des Lebens zu essen. So erlangten die Menschen Kenntnis von Gut und Böse. Sie fielen in Ungnade, mussten das Paradies verlassen und waren von nun an gemeinsam mit ihren Nachkommen mit der Erbsünde belastet.

Nach der Alten Weisheit steht der Garten Eden für jene Periode in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit, die mit dem Kindheitsstadium verglichen werden kann. Die Menschheit war noch nicht im Besitz des Selbstbewusstseins, das in der Genesis durch die Schlange geweckt wird, die in ihrer Rolle als Lichtbringer (was die Bedeutung des Wortes Luzifer ist) auftritt.

Der Sündenfall ist also in Wirklichkeit ein wichtiger Schritt in der Evolution der Menschheit, durch den sie befähigt wurde, zielbewusst zu wählen und ihre eigene Evolution selbstständig zu beginnen.

Das ist das Licht, das die Weisheitsreligion auf das Mysterium von Gut und Böse wirft, das überall, wo das Wissen über die alten Lehren verloren geht, die Menschen verwirrt. Die meisten von den Menschen verfassten Theorien zur Erklärung dieses Mysteriums beachten die göttliche Seele im Menschen nicht. Der Mensch, ein potenzieller Gott im Äußeren, ein wirklicher Gott im Inneren, hat sich selbst die Überzeugung aufgedrängt, ein Wurm im Staube zu sein.

Das, was mit der großen Linie der Evolution übereinstimmt, was die Entfaltung göttlicher Möglichkeiten fördert, was nach stets größerer Vollkommenheit strebt – das ist gut.

Das ganze Universum unterstützt diese Richtung.

Was im Menschen sündigt, ist seine Intelligenz.

Die Sünde liegt in der Wahl, in der Handlung. Es ist der Pfad zur rechten oder zur linken Hand. In dieser Wahl liegt Sünde oder Übeltun.

Deshalb sagen wir, dass ein Tier nicht sündigen kann. Der Mensch sündigt, weil er die Wahl trifft, die inneren Kräfte zu missbrauchen.

…Und genau aus diesem Grund fiel die vierte Wurzelrasse. Weder das Kama, das in der vierten Wurzelrasse am stärksten entwickelt oder evolviert war, noch die ungeheuren Kräfte, die durch die üble Wahl hervorgerufen wurden, brachten die schrecklichen Folgen zuwege. Das Übel lag in der falschen Anwendung des Verstandes. Der Mensch sündigte in seinem Intellekt, in seinen Imaginationen, seinem Denken und Wählen. Ein völlig geisteskranker Mensch sündigt nicht, was auch immer er tut, denn für ihn gibt es keine Wahl.

Sobald die Söhne des Denkens auf dem absteigenden Bogen in den unbewussten ‘Menschen’ jener Zeit das Feuer entfacht hatten, konnten diese sündigen und sie taten es. Da sie aber noch verhältnismäßig etherisch und wenig evolviert waren, war ihre Wahl schwach und schwankend, ohne viel Kraft hinter ihrem Kama. Die treibende Kraft war noch nicht voll zur Geltung gebracht. Erst in der vierten Wurzelrasse stand sie in voller Blüte, und der Intellekt konnte kraftvoll wählen und handeln. Darum wird in der fünften Wurzelrasse die große Zeit der Entscheidung kommen, sobald der Intellekt voll entwickelt sein wird.

Für jene Wesen, die sich ober- oder unterhalb der Ebene befinden, auf der das menschliche Bewusstsein sich gegenwärtig bewegt, gibt es keine Empfindung des Getrenntseins.

Die evolvierende Seele kann und soll ihren richtigen Platz finden und die Führung über die zügellosen Kräfte übernehmen, die nur all zu gerne die Macht ergreifen und im menschlichen Tempel Chaos verursachen würden. Wenn der Mensch diesen Platz und die Führung erreicht, wird er wahrlich zu einem Gott.

Diese beiden Kräfte – die physische Kraft, geführt durch die spirituelle, und das Denken, erleuchtet durch Schätze von Wahrheit und Inspiration aus dem Höheren Selbst – diese beiden führen zu unglaublichen Ergebnissen, wenn sie zusammenarbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

Dritte Wurzelrasse

DIE DRITTEWURZELRASSE wurde Zeuge großer Veränderungen.

An erster Stelle entwickelten sich diese ‘Schweißtropfen’ der zweiten Wurzelrasse zu großen Eiern, die von der Sonne erwärmt und zur Entwicklung gebracht wurden – ein Vorgang, der mit dem unserer heutigen Vögel verglichen werden kann. In diesen Eiern wuchsen die Föten mehrere Jahre heran. Auch die menschliche Form durchlief eine Reihe von Veränderungen ihrer Gestalt. So gab es in dieser hermaphroditischen Periode eine Zeit, in welcher der Mensch vier Arme und drei Augen hatte. Aber diese Varianten entstanden natürlich sehr allmählich, in einer Zeit von mehreren Millionen von Jahren. Schließlich fand im letzten Teil dieser Rasse die Trennung in die beiden Geschlechter statt.

Drei Runden und beinahe die Hälfte der vierten hatten die Vorbereitungen zu diesem glorreichen Erwachen in Anspruch genommen. Im Verhältnis betrachtet, trat es plötzlich ein. Wer die Theorie unterstützt, dass sich der Verstand im Tierreich entwickelte, übersieht dabei, dass  Ewigkeiten erforderlich sind, um auch nur den menschlichen Körper und die niederen Prinzipien zu entwickeln.

Bis zu dieser Zeit hatten sich nur zwei der evolutionären Ströme manifestiert, die durch die Natur tätig sind – und zwar der physische und der spirituelle, der durch die monadische Essenz, den Gottesfunken, zum Ausdruck kommt. Dieser steht zu hoch über dem physischen Strom, um ohne das Verbindungsglied des Verstandes einen Austausch zustande bringen zu können.

Um den Verstand  zu erwecken, bedurfte es der höheren Götter und der Zeit.

Dieses Ereignis der Erweckung des Verstandes im Menschen war engstens verknüpft mit dem Schicksal anderer Wesenheiten aus dem vorhergehenden großen Manvantara – Wesen, die im Vergleich zu den niederen Menschen Götter waren. Die niederen Wesen der Mondkette hatten erreicht, was sie konnten. Sie und ihre Scharen von Helfern hatten alles gegeben, was ihnen möglich war. Verstand hatten sie jedoch nie besessen. Aber es gab andere, bekannt als die Manasaputras oder Söhne des Denkens, die dazu bereit waren, in die für sie vorbereiteten Tempel einzutreten. Und diese Tatsache bedeutet, dass sie zu ihnen gehörten, dass sie karmisch mit ihnen verbunden waren.

So traten jene Wesen, die zuvor auf der Mondkette das Prinzip des Verstandes vollständig entwickelt hatten, in den niederen Menschen ein, um seinen latenten Funken zur Tätigkeit zu erwecken. Nach dieser Inkarnation fanden scheinbar wunderbare Veränderungen statt.

Dieses Geschehen wird in dem Mythos von Prometheus symbolisch dargestellt. Er brachte den Sterblichen das spirituelle Feuer und wurde an den Felsen der Materie, unseren menschlichen Körper, gekettet, wo er die Äonen hindurch verweilen wird, bis der Mensch selbst zu seiner Höhe emporsteigen und ihn erlösen wird. Die Geschichte von Adam und Eva im Garten Eden hat dieselbe Grundlage, wo Luzifer, der Lichtbringer, als Satan getarnt ist, eine böse Macht.

Diese Inkarnation der Söhne des Denkens brachte dem niederen Ego Schmerz und Leiden, aber auch die Möglichkeit, das Göttliche zu erlangen. H. P. Blavatsky behauptet, dass wir ohne die Hilfe dieser höheren Wesen noch immer nicht weit über dem Animalischen stehen würden. Seit jener Zeit hat es immer zwei Stimmen im Menschen gegeben, die sich Gehör verschaffen wollen – bis zu dem Tag, an dem die eine die andere absolut beherrscht. Und doch ist der niedere Mensch nie ohne Hilfe. Er ist mit freiem Willen und einem Gewissen begabt – die Stimme des Gottes im Inneren kann von jenen immer vernommen werden, die Ohren haben zu hören.

Es ist unmöglich, diese Philosophie ohne die Erkenntnis zu verstehen, dass das Universum aus unzähligen Abstufungen von Bewusstseinsarten zusammengesetzt ist, dass jedes Wachstum ein Wachstum des Bewusstseins bedeutet und dass überall im Universum in der Verschiedenheit die Einheit existiert. Etwas, das von irgendeinem anderen Teil unabhängig ist, existiert nicht. Alle Wesen tragen Verantwortung für die unterhalb von ihnen stehenden, und sobald das Stadium des Selbstbewusstseins erreicht ist, tragen sie auch für die über ihnen stehenden Wesenheiten Verantwortung.

Er ist jetzt dazu bereit, seiner Bestimmung zu folgen und vereint in seiner Natur, bereit zur Entwicklung, alle Prinzipien des Kosmos. Das ist die wahre Bedeutung der Worte in der christlichen Bibel: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild.“ Diese Inkarnation initiiert in der Menschheit den dritten evolutionären Strom – den intellektuellen. Genau an diesem Punkt begegnen sich im Menschen die Ströme von oben und von unten. In den großen Kreisläufen des Kosmos steigt der Geist ewig in die Materie hinab, und die Materie steigt ewig zum Geist empor.

Sie unterstützen sich gegenseitig. Keiner von beiden könnte sein Ziel ohne den anderen erreichen. Die niederen Leben können ihr Bewusstsein nur erweitern, indem sie Schale um Schale ihrer Umhüllung zerbrechen und in immer weiter reichende Räume des Denkens und des Geistes emporstreben. Die Großen Geister und Götter können das Mitleid, das tatsächlich ihre Essenz ist, nur zum Ausdruck bringen, indem sie ihren jüngeren Brüdern helfen. Sie können an Macht und Kraft nur gewinnen, indem sie den Widerstand der Materie und der Gedankenformen überwinden und immer größere Verantwortung auf sich nehmen.

Diese Lebensströme befinden sich in einer universalen Bewegung. Sie sind nicht nur in den großen Kanälen wahrnehmbar, sondern sie sind überall vorhanden – in jeder Ebbe und Flut. Es gibt keinen Tropfen im Ozean des Seins, der nicht den Einfluss beider in sich verspürt. Von da an treten in der menschlichen Natur die relativen, als Gut und Böse bekannten Neigungen, zu Tage.

Aus der komplizierten Wechselbeziehung zwischen diesen evolutionären Strömen erwuchsen der jungen Menschheit falsche Vorstellungen von sich selbst. In den letzten Jahrhunderten, als die alten Lehren immer mehr in den Schatten traten, entstand das irreführende Bild des ‘in Sünde geborenen’ Menschen, was eine lange Spur entwürdigender Einflüsse hinterließ. Verloren in den Nebeln der Unwissenheit sind wir teilweise vom Weg abgekommen und das Bewusstsein unserer göttlichen Abstammung trat in den Hintergrund.

Die Gruppe, die nur einen ‘Funken’ empfing, bildet unsere gegenwärtige Durchschnitts-menschheit. Diejenigen, die nicht bereit waren, deren Evolution nicht bis zu dem notwendigen Punkt fortgeschritten war, blieben verstandeslos. In der langen Übergangsperiode, als sich im Menschen- und Tierreich die Trennung der Geschlechter vollzog und die Trennungslinie zwischen den beiden Reichen noch nicht so scharf war, vermischten sich die verstandeslosen Menschen mit den Tieren. Aus dieser Verbindung gingen die Urahnen der verschiedenen Affenarten hervor. Sie werden als grässliche, behaarte Ungeheuer beschrieben – „eine Rasse, die stumm blieb, um die Schande nicht zu verkünden“. Sie stellen die zuvor erwähnten Ausnahmen dar und sind dazu bestimmt, in einer Zeit nach dem kritischen Mittelpunkt dieser vierten Runde in die menschliche Familie aufgenommen zu werden. Da sie teilweise menschlicher Natur sind, ist es möglich, dass einige von ihnen in der siebten Wurzelrasse auf diesem Globus D vollständig menschlich werden, aber die meisten müssen auf die fünfte Runde warten.

In einem Teil der menschlichen Familie inkarnierten die Manasaputras vollständig, und sie wurden die Führer und Lehrer der Menschheit in der dritten Wurzelrasse. Worte können die Veränderung kaum angemessen beschreiben, die im Leben der Menschen nach diesem Ereignis stattfand. Die träge, halbbewusste und sich in einer Art Traumzustand befindende Welt erwachte und begann, sich selbst kennenzulernen. Der schlafende Same des Denkens wurde von einer mächtigen Kraft wachgerüttelt. Der Funke traf das, womit er verwandt war – und siehe, das Tier wurde zum Menschen!

Anfangs kannte die Menschheit das Gefühl des Getrenntseins nicht und fühlten sich in Harmonie mit allem, was existierte. Liebe, Ehrfurcht und Freude erfüllte ihre Herzen. Streit hatte in das menschliche Leben noch nicht Einzug gehalten, aber so konnte es nicht bleiben. Auf diese Weise werden keine Götter geboren. Dieser Himmel auf Erden muss mit Gewalt genommen werden, um ein bleibender Besitz sein zu können. Durch eine lange und mühevolle Pilgerfahrt muss der Mensch den verlorenen Zustand der Reinheit und des Glücks zurückgewinnen, der spirituelle Kraft, ein reiches und vollkommenes Verständnis des Lebens in all seiner Vielfalt und grenzenloses Mitleid für alle Lebewesen mit sich bringt.

Langsam kamen Wolken auf und die Sonne des Lebens verdunkelte sich. Als diese Kinder der Unschuld und Freude begannen, ihre Kraft zu spüren, als ihr latenter Verstand von den Wesen über ihnen erweckt worden war, wuchs das Animalische in ihnen schnell heran. Der Krieg nahm seinen Anfang. Das dritte Auge wurde schwach; und im Laufe der Zeit wurde der Mensch, der erst einäugig und später dreiäugig war, ein Wesen mit zwei physischen Augen. Das dritte Auge zog sich in das Gehirn zurück. Davon zeugt heute die Zirbeldrüse. Bei den ‘Großen’ ist dieses Auge tätig, wenngleich auch unsichtbar. Und in ferner Zukunft wird es bei der Menschheit in ihrer Gesamtheit wieder aktiv werden.

Die Götter zogen sich zurück, und das Goldene Zeitalter verging. Es gab keinen ewigen Frühling mehr. Das Klima wurde kalt. Tiere, die den Menschen wohlgesinnt waren, wurden gefährlich. Allmählich gaben Schmerz und Leiden dem Gedankenstrom der Menschen eine andere Wendung, und ihren Herzen entrang sich eine flehentliche Bitte um Hilfe. Ihre spirituellen Eltern antworteten darauf. Göttliche Dynastien wurden gegründet, worauf eine ruhmreiche Zivilisation folgte.

Der Kontinent der dritten Rasse, bekannt als Lemurien, liegt heute unter dem Stillen Ozean, dessen Inseln, die sich wie Punkte auf der Oberfläche ausnehmen, einst die Gipfel der Berge dieses alten Landes waren. Es erstreckte sich von den beiden Amerikas bis an die Küsten des heutigen Asiens und darüber hinaus. Die ersten Städte waren aus Steinen und Lava gebaut. Bevor sich jedoch der Lebenszyklus dieser Rasse seinem Ende zuneigte, erhoben sich riesige Städte. Unter der Führung ihrer göttlichen Herrscher blühten Künste und Wissenschaften. Astronomie, Architektur und Mathematik wurden bis zur Perfektion erlernt. Die Zivilisation, die mit der dritten Wurzelrasse begann, war so glorreich, reich und glänzend, dass im Vergleich dazu die griechische, römische und sogar die ägyptische Zivilisation völlig unbedeutend sind.

Verglichen mit der langen Zeit, die bis zur Entstehung dieser Zivilisation verstrichen war, schien es, als sei sie schnell und  sogar plötzlich erschienen. Aber sie entwickelte sich nur allmählich und überdauerte viele Jahrtausende bis in die vierte Wurzelrasse hinein. Unterschiede gab es selbstverständlich damals genauso wie heute. Primitive und Genies kennzeichneten die beiden Extreme.

Vor dem Ende dieser Wurzelrasse hatte die Mehrheit der Menschen ihre spirituelle Reinheit verloren und sie versündigten sich auf diese oder jene Weise. Trotzdem gab es immer Menschen, die dem inneren Licht folgten und auf diese Weise die Grundlage für die Zukunft formten. Wenn die Rassen am Ende ihres Zyklus angelangt sind, werden sie abwechselnd durch Feuer oder Wasser zerstört. Nicht plötzlich, ausgenommen lokal, sondern langsam und über Zeiträume von hundertausenden von Jahren, während sich gleichzeitig die nachfolgenden Rassen allmählich entwickelten. Die dritte Wurzelrasse fand ihr Ende durch Feuer, das heißt durch die Wirkung unterirdischer Erdbeben und Vulkanausbrüche, denen Überschwemmungen folgten.

 

Vierte Wurzelrasse

VOR UNGEFÄHR ACHTZEHN Millionen Jahren gingen die menschlichen Egos auf ihrem Evolutionspfad langsam von der dritten in die vierte Wurzelrasse über; sie wurden zu den großen Atlantiern, deren riesiger Kontinent sich über ein Gebiet ausdehnte, das heute den Atlantischen Ozean ausmacht.

Die Lebensmitte dieser Rasse fiel mit der Mitte der Lebensperiode dieses Planeten zusammen. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Tür zwischen dem Tier- und Menschenreich geschlossen. Damals erreichte auch die Materie den Höhepunkt ihrer Evolution. Seit dieser Zeit befindet sich alles Leben auf dem aufsteigenden Bogen zum Spirituellen hin.

Alles, was manifestiert war, war gewaltig. Sowohl Menschen als auch Tiere waren riesig groß. Die Menschen waren zwischen sechs und acht Meter groß. Sie besaßen eine hohe Intelligenz. Einen Hinweis darauf finden wir in der Behauptung, dass ihre degenerierten Nachkommen die ersten Pyramiden erbauten.

Am Beginn der vierten Wurzelrasse war das dritte Auge noch aktiv. Und so beherrschten die Atlantier viele der subtileren Naturkräfte, die für uns noch ein Geheimnis sind. In  seinem Buch The Esoteric Tradition, Seite 1046, schreibt Dr. de Purucker: Diese atlantische Rasse erreichte den Höhepunkt materiellen Reichtums ihrer Zivilisation und in ihrem materiellen Fortschritt vor etwa vier oder fünf Millionen Jahren. Jede Wurzelrasse ist durch ihre charakteristischen Entwicklungen sowohl in intellektuellen als auch in psychischen Gebieten gekennzeichnet. Das Hauptmerkmal aller atlantischen Völker war der Materialismus in seinen verschiedenen Arten und Ausdrucksformen. Es waren vielmehr materielle als spirituelle Dinge, die angebetet wurden.

In jener fernen Vergangenheit war der gesamte Erdball derartig materialistisch geworden – nicht nur äußerlich, sondern tatsächlich, so in das Leben der Materie hinab gesunken, dass das Flüstern des Spirituellen im Menschen, das Flüstern seines inneren Gottes, die menschliche Seele nicht mehr so leicht erreichte.

Wir können uns ein wirklich außergewöhnlich hochintelligentes Volk vorstellen – bei weitem intelligenter als wir in der arischen oder fünften Wurzelrasse –, aber mit einer gänzlich materiellen und oft das Böse suchenden Art von Intelligenz.

Sie stellten das Materielle mit seinen Kräften und Früchten über das Spirituelle und sein Licht und beteten das Erstere an. Sie erreichten den Höhepunkt wirklichen Glanzes und Ruhmes, der zwar von gänzlich materieller Natur war, aber größer als alles, was unsere gegenwärtige fünfte Wurzelrasse bislang erreicht hat. Bei ihrem anschließenden rasenden Sturz in allgemeine Zauberei wurden sie nur durch die unaufhörlichen Anstrengungen gewisser Wesen gerettet, von denen wir als wirklich inkarnierte Gottheiten und Halbgötter sprechen können.

Die ziemlich aufregenden Entdeckungen unserer eigenen Zeit sind nur schwache Erinnerungen an die Wunder und intellektuelle Größe der vierten Wurzelrasse. Und dies sind nur die Vorboten dessen, was kommen wird; wenn nämlich unsere gegenwärtige fünfte Rasse reifer wird, wird sie zurückgewinnen, was sie als Atlantier verloren hatte, aber dann mit größerer spiritueller Entwicklung und Einsicht

Jede Wurzelrasse bringt einen neuen Sinn hervor – da wir uns jetzt in der fünften befinden, haben wir fünf Sinne.

Die Menschheit hatte jetzt genügend Kenntnisse und Verständnis erworben, um ihren eigenen Kurs zu bestimmen, aber leider zog eine große Mehrheit es vor, ihre Fähigkeiten für unheilvolle Zwecke anzuwenden, was für sie selbst und zukünftige Rassen ernsthafte Folgen hatte. Man sagt, dass wir noch immer unter den Folgen des Missbrauchs der Fähigkeiten als Atlantier leiden.

Als für diese Rasse schließlich die Zeit des Untergangs gekommen war, fegte eine ungeheure Naturkatastrophe die Körper jener Bösewichte vom Erdboden hinweg. Die erste  große Sintflut fand im Miozän statt; aber kleinere Sintfluten, die der traurigen Geschichte ein Ende setzten, dauerten noch über 150.000 Jahre an. Die letzte Insel, Poseidonis, auf die sich Plato bezieht, versank vor etwa 11.000 Jahren. Die biblischen Erzählungen über die Sintflut sind auf diese großen atlantischen Katastrophen zurückzuführen.

Die spirituellen Eltern der Menschheit retteten jedoch den Samen für die kommende arische oder fünfte Rasse vor der Zerstörung. Es gibt eine Legende über eine ‘Heilige Insel’, mitten in Asien, nördlich des Himalaja-Gebirges, wo heute kahle Wüsten sind. Sie soll von überragender Schönheit gewesen sein und war als der Garten Eden (für jede Rasse gab es einen solchen Garten Eden) bekannt. Er war die Heimat der ‘Unsterblichen Rasse’, die dem Todeskampf von Atlantis entkam. Sie und ihre Vertreter waren es, die es den übriggebliebenen Atlantiern ermöglichten, ihre Reise als Arier zu beginnen.

Wir befinden uns gegenwärtig in der vierten Unterrasse der fünften Wurzelrasse und steigen noch immer zur Mitte oder dem kritischen Punkt dieser Rasse ab. Da jedoch der niedrigste Punkt der Runde in der vierten Rasse überschritten wurde, befinden wir uns auf dem aufsteigenden Bogen zum Spirituellen hin, allerdings noch mit einem schweren Karma beladen, das jeder Einzelne durch reine Gedanken und Taten zu erleichtern versuchen sollte.

Die fünfte Rasse als Ganzes wird vor ihrem Ende das Prinzip des Verstandes höher entwickelt haben als die Atlantier. ‘Manas’ oder der Verstand wird jedoch erst in der fünften Runde vollständig evolviert sein. Wenn diese Zeit anbricht, wird der große Moment der Wahl kommen – eine Wahl, die über Zeitalter hinweg vorbereitet wurde – in Wahrheit ein Tag des Urteils – und der Mensch allein wird sein eigener Richter sein.

 

 

Beginn des Lebens auf Erden

Die Lebenswoge durchläuft in jeder Runde auf jedem Globus sieben große Wurzelrassen, deren Lebensdauer im Durchschnitt jeweils etwa neun Millionen Jahre beträgt. Jede Wurzelrasse hat sieben Unterrassen, jede Unterrasse sieben Familienrassen, die sich ihrerseits wieder in Nationen, Stämme und so weiter verzweigen. Gegenwärtig befinden wir uns in der vierten Runde auf Globus D, in der vierten Unterrasse der fünften Wurzelrasse und haben infolgedessen in dieser Runde den aufsteigenden Bogen zur Spiritualität begonnen.

Am Mittelpunkt des Lebens auf diesem Planeten, nämlich in der Mitte der vierten Wurzelrasse dieser Runde, wurde die Tür geschlossen, die den Zutritt zum menschlichen Stadium ermöglichte – mit einer Ausnahme, auf die wir später zurückkommen werden. Deshalb ist die menschliche Familie für das gegenwärtige Manvantara oder den jetzigen Evolutionszyklus annähernd vollständig.

Wir müssen uns stets vor Augen halten, dass es der dem göttlichen Ursprung entstammende Gottesfunke ist, der sich in all den Veränderungen in Hüllen mineralischer, pflanzlicher oder anderer Art kleidet. Durch diese enge Beziehung lernt er immer kompliziertere Körper zu benutzen. Diese fortwährende Anpassung hört niemals auf. Im Universum bleibt nichts auch nur für eine Sekunde im Status quo. Diesem vorwärtsdrängenden Impuls zu widerstehen, bedeutet sich rückwärts zu bewegen. In diesem Prozess fortwährender Veränderung wirken sich immer zwei Faktoren aus, was ewig gültig ist, vom niedersten bis zum höchsten. Es gibt immer einen inneren Impuls und eine äußere intelligente Kraft, welche die Entfaltung führt und begleitet.

Die niederste Daseinsform ist ein Leben in Materie, die selbst nichts anderes ist als der Gegenpol des Geistes und die weniger entwickelten Leben umfasst. Wir leben in einem spirituellen Universum, das in all seinen unendlichen Reichen durch eine endlose Reihe niederer und höherer Intelligenzen arbeitet. Auf der höchsten Sprosse der Leiter dieses Globus befindet sich ein wunderbares Wesen. Es befindet sich an der Schwelle zum LICHT, die es nicht verlassen wird, solange es noch Erdenkinder gibt, die ihren Pfad verlieren könnten.

Dieses Wesen wird als der Stille Wächter bezeichnet, obwohl er in Wirklichkeit namenlos ist. Die Erde kann ihn nichts mehr lehren, aber von seinem selbst erwählten Posten aus führt er die unterhalb von ihm stehenden Großen, die in einer ununterbrochenen Reihe geringerer Gottheiten, Herrscher, Lehrer und göttlicher Dynastien zu unserer halberwachten Menschheit herabsteigen. In den unzähligen Hierarchien der Natur muss absolute Harmonie herrschen. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, seinen Platz in diesem Universum zu finden, von dem er ein wesentlicher Teil ist, und diesen Platz in vollkommener Weise einzunehmen.

Jede Runde hat ihr besonderes Oberhaupt, und darunter stehen jene Wesen, welche den einzelnen Globen dieser Runde vorstehen. Jede Rasse und jede Nation hat ihren eigenen Wächter, so auch jeder Mensch, der seinen eigenen inneren Gott hat.
Der Mensch selbst ist das Resultat von Scharen von Schöpfern, von denen einige für seinen Körper, andere für seine psychische, seine mentale und seine spirituelle Natur sorgen.
Seine Vervollkommnung vollzieht sich, solange dieser Planet besteht – ein Prozess der viele, viele Millionen Jahre dauert.

Wir werden uns dessen bewusst, wenn wir die außerordentliche Präzision untersuchen, mit welcher der Körper aufgebaut ist und mit der er die unzähligen Hierarchien geringerer Lebensformen, aus welchen er zusammengesetzt ist, in vollkommener Harmonie koordiniert.Dieses Zeitalter der ‘Vorbereitung des Vehikels’ wird in den Stanzen des Dzyan poetisch beschrieben, einem archaischen Manuskript, das von H. P. Blavatsky in ihrem Werk Die Geheimlehre zitiert wird. Die Erde wird dort als ungeduldig bezeichnet.
Sie unternimmt selbst die Anstrengung, ihren Globus zu bevölkern. Dabei erschafft sie den ‘Wasser- Menschen, furchterregend und schlecht’, der von den höheren Dhyanis oder Planetengeistern, welche die Evolution der Erde leiteten, vernichtet werden musste. Wie fantastisch diese Erzählung manchen Menschen auch erscheinen mag – sie beruht auf einer wahren Begebenheit in einer frühen Übergangsperiode, als schwer zu beschreibende Ungeheuer aus der überreichlichen Energie von Mutter Erde entstanden
Als die Erde allmählich gereinigt war, wurde die Gestalt des zukünftigen menschlichen Körpers ausgearbeitet und dabei das Muster der affenähnlichen, etherischen Formen korrigiert, welche die ‘Menschen’ der dritten Runde evolviert hatten. Das war die erste Wurzelrasse auf Globus D dieser Runde, bekannt als die ‘Selbst-Geborenen’, weil sie ihre Nachkommen durch einen Prozess hervorbrachten, den wir als ‘Teilung’ bezeichnen könnten, weil sich ein Stück vom Elternteil abtrennte – ungefähr dem Teilungsprozess heutiger Zellen entsprechend.

Ihre Heimat war in der Gegend des Nordpols, dem unvergänglichen Heiligen Land, das vom Beginn bis an das Ende dieses Erdzyklus oder Manvantaras besteht und auch die Heimat der letzten vollkommenen Rasse sein wird.

Die zweite Wurzelrasse pflanzte sich durch einen Prozess der ‘Knospung’ fort. Es trennte sich nur ein kleiner Teil ab, sozusagen eine ‘Knospe’, und diese fing an zu wachsen und sich zu einem Wesen zu entwickeln, das in allen wichtigen Hinsichten dem Elternteil glich.

Die Heimat der zweiten Rasse lag weiter südlich und umfasste Teile von Grönland. Im Laufe ihrer Evolution entwickelte sich ihre Fortpflanzungsweise zu dem, was jetzt die ‘Schweiß-Geborenen’ genannt wird. Große Tropfen traten aus dem Körper aus und entwickelten sich allmählich zu menschlichen Embryonen. Alle diese Veränderungen nahmen unzählige Zeitalter in Anspruch, aber Zeit bedeutete diesen träumenden Geschöpfen nichts; ‘für sie waren tausend Jahre wie ein Tag’. Sie schufen die dritte Wurzelrasse und verschwanden, ohne äußere Beweise ihrer Existenz zu hinterlassen.