Loslösungsprozess

Die Art des Loslösungsprozesses entsprechend dem Bewußtsein

Wir sollten die Natur des Todes verstehen, wie er Tod zu uns kommt. Der Prozess ist immer der gleiche, aber die Reaktion unseres Bewusstseins während dieser Momente ist abhängig von dem Grad unserer Evolution und von dem Grad unserer spirituellen Entwicklung, die wir im Leben erreicht haben.

Für manche Menschen ist es sehr schmerzvoll, für andere Menschen ist es NUR schmerzvoll. Für andere wieder ist es traumatisch, wie eine chirurgische OP. Der Mensch wird erst in die Narkose genommen, er verliert sein Bewusstsein, und wenn der Mensch ganz und gar bewusstlos ist, tritt der Tod ein. Das wird von der Natur so eingerichtet, um den Prozess des Todes weniger schmerzvoll für jene zu machen, die aus den niederen Prinzipien gelebt haben und annehmen, einen großen Besitz über ihren Körper zu haben. Je mehr der Mensch glaubt, dass er seinen Körper besitzt, je größer wird seine Angst und sein Schreck sein. Um die Intensität seines Schocks zu reduzieren, macht die Natur diesen Menschen erst unbewusst, und dann wird die chirurgische OP zwischen ihm und seinen Körper erfolgreich gemacht.

In den vedischen Mantren wird es beschrieben, dass der Tod eines hoch entwickelten Wesens nur der Tod des Körpers sein wird und weiter nichts. In einem solchen Fall wird gesagt, dass der Tod dem Körper angehört aber nicht der Person. Nur in Fällen von Schmerz, Kummer und Verlust des Bewusstseins wird es auch als der Tod des Menschen beschrieben. Das ist ein Aspekt, den Tod zu verstehen. Das eine wird Tod genannt, das andere das Fallenlassen des Körpers.

Wenn es keinen Verlust des Bewusstseins gibt und keinerlei Leid, dann wird es das Fallenlassen des Körpers genannt und nicht TOD. Es wird gesagt, dass das richtige Verständnis von diesem Phänomen aus der Vorbereitung des Lebens resultiert.

Es bedeutet hauptsächlich, dass der Tod eigentlich gar kein Ereignis ist. Und nichts geschieht zu dem Zeitpunkt, den wir Tod nennen.

 

Die Reihenfolge der Ereignisse beim Tode.

Zusammenfassend geht der Tod wie folgt vor sich:

a. Im ersten Stadium wird die Lebenskraft der ätherischen Hülle aus dem grob-physischen Körper zurückgezogen; infolgedessen «fällt dieser der Verderbnis anheim» und wird «an die Elemente verstreut». Der objektive Mensch vergeht und kann mit dem physischen Auge nicht mehr wahrgenommen werden, obwohl er noch in seinem Ätherkörper lebt.

b. Im zweiten Stadium wird die Lebenskraft aus dem Ätherkörper abgezogen und dadurch wird dieser entkräftet.

c. Im dritten Stadium wird die Lebenskraft aus der astralen oder emotionellen Form abgezogen, so daß sie in ähnlicher Weise zerfällt; das Leben wird an anderer Stelle konzentriert. Es hat durch das Dasein auf der physischen Ebene zusätzliche Lebenskraft gewonnen und durch die emotionelle Erfahrung mehr Farbe erhalten.

d. Im letzten Stadium zieht sich das menschliche Atom aus der mentalen Hülle zurück. Nach dieser vierfachen Zurückziehung sind die Lebenskräfte ausschließlich in der Seele zentralisiert.

Die Ereignisse des Todes im Einzelnen

1. Die Seele läßt - von ihrer eigenen Ebene aus - ein «Wort der Zurückziehung» ertönen, und dadurch wird sogleich ein innerer Prozeß und eine Reaktion im Menschen auf der physischen Ebene veranlaßt.

a. Am Sitz der Krankheit stellen sich bestimmte physiologische Vorgänge ein und zwar in Bezug auf das Herz, dadurch werden auch die drei großen Systeme in Mitleidenschaft gezogen, die den physischen Menschen so stark bestimmen: der Blutstrom, das Nervensystem mit seinen verschiedenen Äußerungsformen und das endokrine Drüsensystem.

b. An den Nadis läuft eine Schwingung entlang. Die Nadis sind bekanntlich das ätherische Gegenstück zum gesamten Nervensystem und liegen jedem einzelnen Nerv im gesamten physischen Körper zugrunde. Sie sind ganz ausgesprochen [474] die Vermittler der Leitimpulse der Seele, da sie auf die Schwingungstätigkeit reagieren, die von dem ätherischen Gegenstück des Gehirns ausgeht. Sie leisten dem gebietenden WORT Folge, reagieren auf den «Zug» der Seele und bereiten sich dann für die Zurückziehung vor.

c. Der Blutstrom wird in einer ganz besonderen, okkulten Weise beeinflußt.
Es heißt: «Das Blut ist das Leben»; es wird infolge der beiden vorhergehenden Stadien innerlich verändert, hauptsächlich aber durch eine von der modernen Wissenschaft bis jetzt noch nicht entdeckten Wirksamkeit, die durch das Drüsensystem ausgelöst wird. Die Drüsen spritzen auf den Ruf des Todes hin in den Blutstrom eine Substanz ein, die wiederum das Herz angreift, in dem der Lebensfaden verankert ist. Diese Substanz im Blut wird als «todbringend» angesehen und ist eine der Hauptursachen für das Koma und für den Verlust des Bewußtseins.

d. Ein psychisches Zittern tritt ein; es bewirkt die Lockerung oder den Bruch des Zusammenhanges zwischen den Nadis und dem Nervensystem; der Ätherkörper wird dadurch von seiner dichten Hülle abgesondert, obwohl er noch immer jeden ihrer Teile durchdringt.

2. An diesem Punkt tritt häufig eine Pause von kürzerer oder längerer Dauer ein. Sie wird gewährt, damit der Lockerungsprozeß so glatt und schmerzlos wie möglich vor sich gehen kann. Diese Lockerung der Nadis beginnt in den Augen. Der Loslösungsprozeß zeigt sich in der Entspannung und Furchtlosigkeit, die man bei Sterbenden so oft feststellen kann;

3. Danach beginnt der organisch gefügte Ätherkörper sich zum endgültigen Abgang zu sammeln. Er zieht sich aus den Extremitäten zurück, hin zum erforderlichen «Ausgangstor» und verdichtet sich im Gebiet um dieses Tor, wo er auf den letzten «Zug» der leitenden Seele wartet.

4. Wiederum folgt eine Pause. An diesem Punkt kann das physische Element manchmal seinen Einfluß auf den Ätherkörper wieder zurückgewinnen, wenn dies der Seele wünschenswert erscheint, wenn also der Tod nicht auf dem Programm des inneren Planes steht oder wenn das physische Element eine solche Macht besitzt, daß es den Sterbeprozeß verlängern kann.

5. Der Ätherkörper tritt aus dem grob-physischen Körper heraus - schrittweise und an dem gewählten Austrittsort. Wenn dieser Austritt vollzogen ist, nimmt der Lebenskörper ungefähr den Umriß der Form an, die er vorher belebte; dies geschieht unter dem Einfluß der Gedankenform, die sich der Mensch all die Jahre hindurch von sich gemacht hat. Diese Gedankenform besteht in jedem Menschen, und sie muß zerstört werden, ehe das zweite Stadium der Ausmerzung endgültig abgeschlossen ist. Obwohl der Ätherkörper nun aus dem Gefängnis des physischen Körpers befreit ist, so ist er doch noch nicht von dessen Einfluß frei. Es besteht immer noch eine geringfügige Verbindung zwischen beiden und diese hält den geistigen Menschen immer noch in der Nähe des eben verlassenen Körpers fest. Deshalb behaupten Hellseher oft, daß sie sehen, wie der Ätherkörper um das Totenbett oder den Sarg herumschwebt. Noch immer durchdringen ihn jene integrierenden, zusammenhaltenden Energien, die wir den Astralkörper und die Mentalhülle nennen, und im Mittelpunkt ist ein Lichtkern, der auf die Anwesenheit der Seele hindeutet.

6. Der Ätherkörper zerteilt und zerstreut sich allmählich in dem Maß, wie die Energien, aus denen er besteht, reorganisiert und zurückgezogen werden; sie lassen dann nur noch die Pranasubstanz zurück, die eins wird mit der Ätherhülle des Planeten selbst. Dieser Zerstreuungsprozeß wird, wie ich schon früher gesagt habe, durch die Verbrennung sehr gefördert.
- Beim unentwickelten Menschen kann es sein, daß der Ätherkörper noch eine lange Zeit hindurch in der Nähe seiner äußeren, zerfallenden Schale verweilt, da der «Zug» der Seele nicht so stark ist wie der des materiellen Aspektes.
- Wenn der Mensch fortgeschritten ist und sich daher in seinem Denken von der physischen Ebene losgelöst hat, kann die Auflösung des Lebenskörpers sehr rasch vor sich gehen. Ist sie einmal vollzogen, dann ist der Rückerstattungsprozeß beendet; der Mensch ist - wenigstens zeitweilig - befreit von allen Reaktionen gegenüber der Anziehungskraft der physischen Materie. Er weilt in seinen feineren Körpern und ist bereit für den großen Akt, den ich die «Kunst der Ausmerzung» genannt habe.

Verlassen des Körpers

Verlassen des Wesens durch  Zentren

Es gibt hauptsächlich drei Zentren, welche den Körper mit dem Innewohnenden Wesen verbinden. Das innewohnende Wesen verlässt den Körper durch eines dieser drei Zentren. Diese drei Zentren können als die drei Gehirne angesehen werden.
Das eine Gehirn ist das Gehirn der Intelligenz, welches auf dem Nervengewebe, dem cortikalen Gewebe, aufgebaut ist; es sind die Gehirnzellen, durch welche unser Denkvermögen erscheint.

Ein anderes Zentrum ist das Herz, welches das Gehirn der Liebe und der Seele genannt werden kann.

Das dritte Gehirn ist das Gehirn der Emotionen oder das Gehirn der Verstrickungen, welches wir den Solarplexus nennen. Dies sind die drei Hauptzentren, wo der Mensch an den Körper durch die Hilfe eines verbindenden Gewebes angebunden ist. Wir nennen es Prana, den Lebensäther. Es ist so, dass das Bewusstsein und die Materie in unserem Körper zusammenpappt wie durch einen Klebstoff, eine verbindende Substanz, welche zur gleichen Zeit höchst flüchtig ist, flüchtiger als der Geistäther und flüchtiger als Petroleum.

Für jene, die in den drei unteren Prinzipien leben, d.h. in der Materie des physischen Körpers, ist es die Kraft des Pranas, das durch die Sinnesorgane und das Denkvermögen wirkt. Das sind die drei unteren Prinzipien. Für all jene, die in diesen drei Prinzipien leben, ist der Körper mit dem Wesen im Solarplexus verbunden. Seine Beziehung zu anderen, z.B. die Gefühle Vater und Mutter gegenüber, werden nur durch dieses Zentrum im Solarplexus ausgedrückt - genauso wie das Kind mit der Nabelschnur mit der Mutter verbunden ist. Für so einen Menschen bedeutet der Tod, dass die ätherische Nabelschnur in diesem Zentrum abgeschnitten wird und der Mensch aus dem Solarplexus hinaustritt. In all solchen Fällen geschieht der Tod erst dann, wenn die Bewusstlosigkeit eingetreten ist.

In dem nächsten Stadium der Evolution, wenn der Mensch sich zu einer Persönlichkeit entwickelt hat, existiert er hauptsächlich im Intelligenzbereich. Und so besteht auch die Verbindung des Menschen zu seinem Körper im Gehirn; d.h. es existieren die Zentren der Atmung im Gehirn; sie existieren nicht in der Lunge oder im Herz. Und für jene Menschen, deren Persönlichkeit hoch entwickelt ist, welche in der Welt intellektuell aktiv sind und welche der Herausforderung und dem Wettbewerb der Gesellschaft gewachsen sind, die von einem weltlichen Standpunkt erfolgreich sind, für jene geschieht der Tod in den Gehirnzellen. Dieser Mensch tritt beim Tod im Stirnzentrum hinaus.

Die dritte Gruppe der Menschheit, welche sich dazu erzogen hat, im Seelenbewusstsein zu leben und deren Bewusstsein den spirituellen Prinzipien zugeneigt ist, jene, welche in dem 5., 6. und 7. Prinzip leben, im Namen des geistigen Lebens, oder im Namen irgendeine der höheren Künste, die Musik oder die Malerei oder Poesie, und die einen Geist der Hingabe haben und eine gewisse Haltung der Frömmigkeit oder Heiligkeit in ihrem Lebensausdruck besitzen, für diese Menschen existiert ihr Zentrum im Herz, und dort treten sie aus. Und dieser Prozess findet immer sehr bewusst und sehr plötzlich statt. Mag sein, während sie gehen oder arbeiten, sprechen oder irgendetwas tun, plötzlich die Atmung einfach aufhört ohne irgendeine Anstrengung.

Das sind die drei Arten des Todes, die meistens eintreten, wann immer es nicht durch einen Unfall geschieht. Und es ist die dritte Art zu sterben, welche von den Meistern der Weisheit so geschätzt wird. Es wird uns geraten, das geistige Leben so auszuüben und ein Leben der Liebe und der richtigen Beziehungen zu führen, indem wir eine gute Familie und Gesellschaftsstruktur haben. Und dann ist der Tod kein Ereignis.

Wir haben also folgende Situation:

1. Der Ausgang im Kopf, der von dem intellektuellen Typus, von Jüngern und Eingeweihten der Welt benutzt wird.

2. Der Ausgang im Herzen, der von dem gütigen wohlgesinnten Menschen benutzt wird, dem guten Bürger, der ein einsichtsvoller Freund und Mitarbeiter philanthropischer Bestrebungen ist.

3. Der Ausgang in der Region des Solarplexus oder Sonnengeflechts, den der emotionale, unintelligente, gedankenlose Mensch und derjenige verwendet, dessen tierische Natur stark ist.

Das ist der erste Punkt in den neuen Mitteilungen, die während des nächsten Jahrhunderts allmählich zum allgemeinen Wissensgut im Westen werden sollen. Vieles davon ist den Denkern des Ostens schon bekannt und ist gewissermaßen ein erster Schritt zu einem vernünftigen Verstehen des Todesvorganges.

 

Hilfe für Sterbende, Übergang erleichtern

Begleitung des Sterbenden: Der hinübergehenden Seele den Übergang erleichtern

Man kann einem Sterbenden die größte Hoffnung geben, indem man ihm einfach das Gefühl gibt, dass Sie sich um ihn kümmern, dass es Menschen gibt, die ihn lieben. Das ist das einzige, dessen ein Sterbender bedarf und nichts anderes.

Erstens: «Laßt Stille im Zimmer herrschen». Das ist natürlich häufig der Fall. Man muß bedenken, daß der Sterbende für gewöhnlich bewußtlos sein mag. Diese Bewußtlosigkeit scheint eingetreten zu sein, ist aber nicht wirklich. In neunhundert von tausend Fällen ist eine Gehirn-Wahrnehmung vorhanden, mit dem vollen Bewußtsein für die Ereignisse, aber es besteht eine vollständige Lähmung des Willens, sich zu äußern, und völlige Unfähigkeit, die Energie aufzubringen, die Leben andeuten würde. Wenn Stille und Verständnis das Krankenzimmer beherrschen, kann die scheidende Seele mit Klarheit bis zur letzten Minute ihr Werkzeug in Besitz behalten und angemessene Vorbereitungen treffen.

Nur orangefarbene Lichter im Krankenzimmer eines Sterbenden erlauben, und diese werden nur dann mit entsprechender Zeremonie aufgestellt werden, wenn bestimmt keine Möglichkeit mehr zur Besserung besteht.
Orange unterstützt die Sammlung im Kopf, so wie Rot das Sonnengeflecht anregt und Grün eine bestimmte [506] Wirkung auf das Herz und die Lebensströme hat.

Wenn man einmal mehr vom Ton versteht, wird man bestimmte Arten von Musik anwenden; bis jetzt gibt es jedoch noch keine Musik, welche die Arbeit der Seele bei ihrem Scheiden aus dem Körper erleichtern könnte, obwohl gewisse Töne auf der Orgel sich als wirksam erweisen werden.

Mantrische Sprüche werden ebenfalls angewandt und von den Umstehenden in ganz bestimmter Weise in das Bewußtsein des Sterbenden eingeprägt werden, oder dieser selbst wird sie mit Bedacht und in Gedanken anwenden. Christus zeigte uns ihre Anwendung, als er laut rief: «Mein Vater, in Deine Hände befehle ich meinen Geist». Und wir haben ein weiteres Beispiel in den Worten: «Herr, nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren». Der ständige Gebrauch des heiligen Wortes, das halblaut oder in einer Tonlage (auf die der sterbende Mensch augenscheinlich reagiert) gesungen wird, kann später auch einen Teil des Übergangsrituals bilden, begleitet von der letzten Ölung, wie sie in der katholischen Kirche erhalten ist.

Das Kopfende des Sterbenden sollte auch symbolisch nach Osten gewendet und Füße und Hände gekreuzt sein. In dem Zimmer sollte nur Sandelholz verbrannt werden und keinerlei anderes Räucherwerk erlaubt sein, denn Sandelholz ist das Rauchwerk des ersten oder Zerstörer-Strahls, und die Seele ist ja daran, ihre Behausung zu zerstören.

Das ist alles, was ich derzeit für die allgemeine Öffentlichkeit zur Betrachtung über das Thema des Todes mitteilen kann. Aber ich beschwöre euch alle, das Studium des Todes und der dabei verwendeten Methode so weit als möglich voranzubringen und die okkulte Erforschung dieser Angelegenheit fortzusetzen.

Hilfestellung des Verstorbenen durch Gebete

Ja, Gebet sind von Bedeutung. Während der ersten Stunden und Tage hilft es denjenigen, der gestorben ist. Später wird es keinen Kontakt zwischen uns und ihnen geben, weil sie automatisch in ihren neuen Prozess der Evolution verwickelt sind. Doch hat es auch dann einen wunderbar heilenden Effekt auf alle Schichten des Denkens von den Menschen, die in irgendeiner Weise Trauer tragen und auch für die Menschen, die die Leere der Verstorbenen empfinden. Die Verwandten und Freunde eines Verstorbenen empfinden oft große Leere über den Verlust durch den Tod. Um diese Leere zu heilen, gibt es keine bessere psychologische Behandlung, als wenn sie für die Verstorbenen beten. Es ist der beste wissenschaftliche Prozess für die Lebenden. Deswegen soll es mit vollem Herzen erlaubt sein, und man soll es tun, weil es so heilend ist.

 

Angst vor dem Tod

Die Wirkung der Angst vor dem Tod

Erinnern Sie sich, dass in vielen Fällen der Tod nicht plötzlich kommt. Von einer Sekunde bis zu 30 Jahren mag die Dauer der Spanne, die wir „sterben“ nennen, sein. Es gibt Menschen, die 30 Jahre, bevor sie ihren physischen Körper fallen lassen, sterben. Von dieser Zeit an beginnen bestimmte Veränderungen im Körper statt zu finden.
Die gleiche Qualität der Nahrung gibt dem Körper nicht mehr die Vitalität wie vorher. Die gleiche Medizin hat nicht mehr ihre Wirksamkeit. Das ist das sichere Zeichen, dass der Tod der Konstitution begonnen hat; er schreitet fort, bis die chirurgische OP zwischen Mensch und Körper vollzogen ist. Wenn ein älterer Mensch einmal zur Zufriedenheit erlebt, dass er mit der gleichen Ebenbürtigkeit anderer Familienmitglieder behandelt wird, dann werden sich seine Werkzeuge für eine richtige Art von Tod vorbereiten.

In Fällen, wo der Mensch den Tod so sehr fürchtet, wird der Körper kränker und kränker, und das innewohnende Wesen krallt sich am Körper fest, ohne dass es sterben kann. Das ist für das innewohnende Wesen eine große Anstrengung. Sogar nach Monaten oder sogar Jahren kann es den Körper nicht unter normalen Umständen verlassen, außer der Mensch akzeptiert mit seinem eigenen Willen, dass er den Körper verlassen kann, und außer ein Unfall verursacht den Tod.

Der Mensch sollte erzogen werden, allmählich die verschiedenen Phasen des Sterbens kennen zu lernen. Die Erziehung sollte so sein, dass der Tod weder eingeladen noch abgelehnt wird. Es ist gleichermaßen schlecht, den Tod einzuladen als ihn zu fürchten.  Es gibt Menschen, die denken, dass es besser wäre, früher zu sterben. Auch das ist ein Mangel an richtiger Erziehung. Wir haben nicht das Recht, über unsere physischen Werkzeuge zu entscheiden. Wir sind nicht diejenigen, die es in die Existenz gebracht haben. Wir haben den Körper nicht verdient, er wird uns gegeben. Wenn wir uns an diese Tatsache erinnern, dann können wir uns auch das vergegenwärtigen, dass wir weder das Recht haben, am Körper fest zu halten, noch ihn von uns zu stoßen. Deswegen wird Selbstmord als krimineller spiritueller Akt angesehen

Neues Erdenleben

Bedingungen für ein neues Erdenleben

Bleiben wir beim Durchschnittsmenschen, so tritt die Frage auf: Was sind seine ersten Reaktionen und Handlungen nach der Rückgabe des physischen Körpers an das universale Substanz-Sammelbecken? Ich möchte einige dieser Reaktionen aufzählen:

1. Er wird bewußt seiner selbst gewahr. Das bringt eine Klarheit der Wahrnehmung mit sich, die dem Durchschnittsmenschen während seiner Inkarnationszeit unbekannt blieb.

2. Zeit, existiert jetzt nicht mehr, so wie wir diesen Begriff verstehen; und wenn der Mensch nun seine Aufmerksamkeit dem klarer hervortretenden emotionellen Selbst zuwendet, so folgt unausweichlich ein Augenblick direkten Seelenkontaktes. Das ist der Tatsache zuzuschreiben, daß sogar beim unwissendsten und wenigst-entwickelten Menschen der Augenblick der vollständigen Rückerstattung nicht unbemerkt von der Seele vorübergeht. Dies hat eine bestimmte Wirkung auf die Seele, wie etwa ein langer, starker Zug an einem Glockenseil, wenn ich ein so einfaches Gleichnis verwenden darf. Eine kurze Sekunde lang antwortet die Seele, und diese Antwort ist derart, daß der Mensch, der in seinem Astralkörper oder eigentlich in seiner kama-manasischen Hülle weilt, die Erfahrungen der vergangenen Inkarnation wie eine Landkarte vor sich ausgebreitet sieht. Er erlebt ein Gefühl der Zeitlosigkeit.

3. Hat der Mensch nun diese Erfahrungen erkannt, dann tritt folgendes ein:
- Festlegen der Bedingungen für neues physisches Leben -
Er sondert jene drei Erlebnisse heraus, die im vergangenen Leben die bestimmenden Hauptfaktoren gewesen sind; sie sind auch die Schlüssel zu der nächsten Inkarnation. Alles andere wird vergessen, alle geringeren Erfahrungen schwinden aus seinem Gedächtnis und hinterlassen nichts anderes in seinem Bewußtsein als das, was man esoterisch «die drei Samen oder Keime der Zukunft» nennt.

Diese drei Keime sind in einer besonderen Weise mit dem permanenten physischen und astralen Atom verbunden und damit entsteht jene fünffache Kraft, welche die Formen erschafft, die später einmal erscheinen sollen. Man könnte folgendes sagen:

a. Der erste Keim entscheidet später über die Beschaffenheit der physischen Umwelt, in welcher der zurückkehrende Mensch seinen Platz finden wird. Er hat mit der Qualität dieser künftigen Umwelt zu tun und bestimmt somit den nötigen Kontaktbereich oder Kontaktraum.

b. Der zweite Keim bestimmt die Beschaffenheit des Ätherkörpers, also der Hülle, durch welche die Strahlkräfte mit dem grob-physischen Körper in Berührung kommen können. Er grenzt das ätherische Gerüst oder das Lebensgewebe ab, um das die hereinkommenden Energien kreisen werden und er hat besonders mit demjenigen Zentrum zu tun, welches in der kommenden Inkarnation das lebendigste und aktivste der sieben sein wird.

c. Der dritte Keim gibt den Schlüssel zur Astralhülle, in der sich der Mensch in der nächsten Inkarnation polarisieren wird. Vergeßt nicht: Ich spreche hier von Durchschnittsmenschen, nicht von fortgeschrittenen Persönlichkeiten, von Jüngern oder Eingeweihten. Dieser Keim nun bringt - durch die Kräfte, die er anzieht - den Menschen wieder mit all denen in Verbindung, die er vorher geliebt hat oder mit denen er einen engen Kontakt hatte.
Die Vertrauten und Geliebten bleiben, denn die Beziehung zu ihnen ist über viele Inkarnationen hin fest hergestellt worden; der «Alte Kommentar» sagt dazu: «Diese Keime des feststellenden Erkennens sind nicht einzig für dich und mich, sondern auch für die Gruppe da; innerhalb der Gruppe verbinden sie in Zeit und Raum den einen mit dem anderen.

4. Hat der Mensch dieses «Aussondern seiner Lebenserfahrung» vollbracht, dann wird er diejenigen suchen und automatisch finden, die - wie ihm der dritte Keimeinfluß anzeigt - einen ständigen Anteil an dem Gruppenerleben haben, zu dem er als Element bewußt oder unbewußt gehört. Ist die Verbindung einmal wieder hergestellt, dann handelt der Mensch so, wie er es auf Erden in Gemeinschaft mit seinen Vertrauten und entsprechend seinem Temperament und seiner Evolutionsstufe tun würde.

Diese vier Tätigkeiten erstrecken sich über verschieden lange Zeitspannen - vom Blickpunkt derer aus gesehen, «die unten leben»; der Mensch auf der Astralebene nimmt ja keine Zeit wahr.

Ein Mensch ist sich auf den inneren Ebenen nicht nur seiner selbst als eines Einzelwesens bewußt - mit seinen eigenen Plänen und Lebensinteressen - so wie er es auf der physischen Ebene war, sondern er ist sich auch in derselben Weise der ihn umgebenden Bewußtseinszustände bewußt. Er mag vielleicht der Täuschung der Astralwelt verfallen sein oder den telepathischen Eindrücken der mannigfachen Gedankenströmungen unterliegen, die von der Mentalebene ausgehen, aber er ist auch seiner selbst und seines Denkens (oder des bisher entfalteten manasischen Lebens) in einer viel stärkeren Weise bewußt als zu der Zeit, da er sich noch des physischen Gehirns bedienen mußte und der Brennpunkt seines Bewußtseins zwar der des Aspiranten, jedoch im Gehirn verankert war. Sein Erleben ist jetzt viel reicher und intensiver als in der Inkarnation.